2012-06-30

Offener Brief an Ole Nydahl (An open letter to Ole Nydahl from Marte-Micaela Riepe)

© Kritikan Ole Nydahls tantrischen Methoden | Freitag, 29.Juni 2012


Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.
Albert Schweitzer


Bisher habe ich auf meinem Blog nicht geschrieben, dass ich Sie wegen schwerer Körperverletzung angezeigt habe.

Ich habe nicht geschrieben, dass das Ermittlungsverfahren, und es gab ein durchaus Ernsthaftes, eingestellt wurde.

Und ich habe auch nicht geschrieben, dass dieses Ermittlungsverfahren gegen Sie nach meiner Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft wieder aufgenommen worden ist. Offensichtlich war diese, anders als der Staatsanwalt, der das Verfahren eingestellt hat, der Auffassung, es gebe ein öffentliches Interesse an weiteren Ermittlungen.

Der Ausgang ist völlig offen. Ich wünsche mir selbstverständlich ein Verfahren gegen Sie, und das nicht aus Gründen persönlicher Rache, ich habe Ihnen längst verziehen, sondern aus politischen, oder sagen wir besser, sektenpolitischen Gründen. Ich will, dass die geheimen Praktiken des tantrisch-tibetischen Lamaismus justiziabel werden, dann, wenn sie so verheerende Folgen haben, wie es hier beschrieben wird:

"Die Praxis der Sechs Yogas Naropas setzt, bedingt durch ihre äußerst kraftvollen, energetischen Emanationen, also ihre spezifischen Entfaltungswirkungen und vor allem ihre weitreichenden Folgen, ein hohes Maß an meditativer Fähigkeit und spiritueller Kenntnis voraus.

(Das hatte ich alles nicht. Ich hab zwar gern meditiert, doch für die ganzen Nöndro-Übungen und was es sonst noch so Alles gibt, war ich viel zu faul. Warum soll jemand sich so quälen!)


Der Versuch, die Sechs Yogas insgesamt oder auch nur teilweise durchzuführen, ohne entsprechende Grundlagen, Anleitungen und Hilfestellung zu haben, ist zwar möglich, kann aber mitunter zu schwerwiegenden und möglicherweise irreversiblen physischen und psychischen Komplikationen führen." Zitiert nach Wikipedia

Das ist meine Mission. Wenn es die Ihre ist, das, was Sie für die edle Lehre Buddhas halten, hier in Europa zu verbreiten, so ist es meine, mit aller Kraft und Beharrlichkeit dem entgegenzutreten. Und zwar nicht, wie manche glauben möchten, allein bezogen auf den von Ihnen zur Marke gemachten "Diamantweg" und auf Sie in Ihrer Funktion als Guru, sogar als Mahasiddha, wie Sie es mir gegenüber einmal äußern ließen, sondern ausnahmslos auf Alle, die diese geheimen Praktiken des tantrisch-tibetischen Lamaismus so anwenden, dass Andere beschädigt werden an Leib und Seele.

Unsere Gesellschaft begründet sich auf Werten der christlich-humanistischen Tradition, die in die Aufklärung mündete und mit ihr die Unveräußerlichkeit der Menschenrechte brachte. Das wissen Sie so gut wie ich, Sie kommen aus dieser Tradition. Doch kaum ist jemand dazu in der Lage, sich vor Ihren Augen unsichtbar zu machen, schmeißen Sie das Alles über Bord und wenden sich dem Magischen, dem Geheimnisvollen, dem sexuellen Versprechen, dem vermeintlich Mächtigen, der Macht über Frauen zu. Das liegt offensichtlich in Ihrer Persönlichkeit begründet. Sie sind ein Junkie solcher Art von Drogen.

Wollen wir darum wetten, wer von uns Beiden zuerst ins Gefängnis geht? Spielen Sie doch ein bisschen mit mir! So wie damals in Leverkusen, als wir uns begegneten, Sie mich auf den Mund küssten und sagten: Gut gespielt, Schatz. Das waren noch Zeiten! Ja, ja, die Maha-Mudra, was ist nur aus ihr geworden?

Ich setze mal auf mich; denn durch die einstweilige Verfügung, die Sie gegen mich erwirkt haben, bin ich bei jedem kleinsten Verstoß dagegen von Arrest bedroht. Ihr Anwalt, ob er wohl ein klitzekleines Bisschen wütend auf mich ist, oder Andere aus Ihrer Truppe studieren ja wie besessen meinen Blog.

Und da ich eine Frau bin, die für die Wahrheit und ihre Überzeugung immer Alles hineingibt, ginge ich dafür selbstverständlich auch ins Gefängnis, ich kann mich ja überall wohlfühlen und meinen Blog von dort aus weiterführen. Wie sich das liest: Ehemalige Schülerin auf Antrag Ole Nydahls und seines Anwalts im Gefängnis! Wäre das etwas für Ihren "Heiligenschein"? Das überaus Pikante daran ist, Sie müssten für meinen Aufenthalt im Arrest selbst bezahlen, das Gericht würde die Kosten als Vorschuss von Ihnen haben wollen, es wären pro Tag etwa 100 EU. Wo Sie doch so ein Geizkragen sind! Und ich hoffe mal, Sie zahlen das dann auch aus Ihrer Prvatschatulle und missbrauchen nicht die Spendengelder, die Ihnen doch so massenhaft zufließen, dafür.

Ich finde das Alles wunderbar, ganz wunderbar. Sie nicht? Wie heißt es doch: Immer Alles rein sehen!

Liebe Grüße, auch um der guten Zeiten willen, die ich einmal bei Ihnen hatte, als beseeltes Naivchen, das ich damals war,

Marte-Micaela Riepe


P.S.: Lesen Sie in der nächsten Zeit einmal aufmerksam meine überarbeiteten Posts. Der arme Karmapa! Sie haben es ja so gewollt, machen Sie das mit Ihrem "Chef" aus. Sie wollten wohl zuerst Ihre eigene Haut retten, so gut es eben geht. Wie könnte man solch ein Verhalten nennen? Richtig. Und einen Teil der Wahrheit kann ich immer noch erzählen.


Eingestellt von Marte-Micaela Riepe um 13:31

4 comments:

  1. Das hatte ich alles nicht. Ich hab zwar gern meditiert, doch für die ganzen Nöndro-Übungen und was es sonst noch so Alles gibt, war ich viel zu faul. Warum soll jemand sich so quälen!

    Sagt ja fast alles...

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    1. Zum Glück hatte sie das alles nicht. Die Methoden des Lamaismus halten die Anhänger dem Buddhismus fern.

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    2. Marte-Micaela RiepeJanuary 31, 2013 at 5:07 PM

      Genau, Zol, sagt ja fast Alles, aber was?

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    3. Ich glaube nicht, dass Frau Riepe eine Anhängerin des Buddhismus ist und genaugenommen wahrscheinlich auch nicht war.
      Ich denke Sie hat sich "die Sache" einfach angesehen und über die Gemeinschaft der Menschen in der Sangha und die gemeinsame religiöse Praxis z,B, das Singen von Pujas versucht sich dem Tibetischen Buddhismus anzunähern.
      Was sie aber tatsächlich erfahren hat war ein Drüberfahren über das was für sie wichtig und richtig war.

      Also, jeder/m ihren/seinen Lebens-Rhytmus , jeder/m ihren/seinen ganz individuellen Weg bzw. im sich den Dingen des Lebens Annähern oder sich Abwenden.

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